Bausparvertrag oder ETF-Sparplan – was bringt mehr für die Immobilienfinanzierung? Wir vergleichen beide Strategien ehrlich: Rendite, Sicherheit, Flexibilität und Steuer. Das Ergebnis überrascht viele.
Der direkte Vergleich
| Kriterium | Bausparvertrag | ETF-Sparplan |
|---|---|---|
| Rendite Sparphase | 0,1–0,25 % p.a. | 6–8 % p.a. (historisch) |
| Darlehenszins | 1,5–2,6 % (garantiert) | Marktzins (aktuell 3,5–4,2 %) |
| Kapitalgarantie | Ja | Nein |
| Staatliche Förderung | Bis 70 € / Jahr (WoP) | Keine |
| Flexibilität | Eingeschränkt (7+ Jahre) | Jederzeit kündbar |
| Zweckbindung | Wohnzwecke | Keine |
| Planbarkeit | Sehr hoch | Gering (Marktschwankungen) |
Die entscheidende Frage: Für was brauchst du das Geld?
Der Vergleich ist nur fair, wenn man das Ziel betrachtet:
- Reine Rendite: ETF gewinnt – auf 10 Jahre ist der Unterschied riesig
- Immobilienfinanzierung: Der Bausparvertrag gewinnt – wegen des garantierten Darlehenszinses
Ein ETF-Sparplan bringt dir 7 % Rendite in der AnsparphaseDie erste Phase des Bausparvertrags – du zahlst monatlich ein, bis zur ZuteilungDer Moment, ab dem du Guthaben + Darlehen abrufen kannst. Hängt von Bewertungszahl und Guthaben ab. Weiterlesen →. Weiterlesen →. Aber wenn du dann kaufst, nimmst du ein Bankdarlehen zu 4 % auf – und verlierst den Zinskostenvorteil. Der Bausparvertrag spart dir im Darlehen 1,5–2 Prozentpunkte, was bei 100.000 € über 10 Jahre 8.000–15.000 € sind.
Warum der Zeitpunkt entscheidend ist
Der größte Fehler beim ETF-Ansatz: Kursrückgang kurz vor dem Immobilienkauf.
- Nach einem 30 %-Crash (z.B. 2022) hast du plötzlich statt 100.000 € nur noch 70.000 € EigenkapitalEigene Mittel für den Immobilienkauf – mindestens 20 % des Kaufpreises empfohlen. Weiterlesen →
- Du musst entweder verkaufen (Verlust realisieren) oder den Kauf verschieben
- Bausparvertrag: Das Guthaben schwankt nicht – 50.000 € sind 50.000 €
Die ideale Kombination: Beide parallel nutzen
Nicht entweder-oder, sondern beides:
- Bausparvertrag: Sichert Darlehenszins und staatliche Förderung (zweckgebunden, sicher)
- ETF-Sparplan: Baut zusätzliches Eigenkapital auf (höhere Rendite, aber risikobehaftet)
- 3–4 Jahre vor dem Kauf: ETF-Position langsam auflösen und in sicherere Anlageformen umschichten
Steuerliche Aspekte
ETF-Gewinne sind steuerpflichtig (26,375 % Abgeltungsteuer inkl. Soli). Bausparvertrag-Zinsen ebenfalls – aber da die Guthabenzinsen so niedrig sind, ist die steuerliche Last minimal. Die WohnungsbauprämieStaatliche Förderung: 10 % auf max. 700 €/Jahr = bis zu 70 € pro Person. Weiterlesen → hingegen ist steuerfrei.
Häufige Fragen
Nein – lass den ETF-Sparplan laufen und eröffne zusätzlich einen Bausparvertrag. Beide Strategien ergänzen sich. Nur wenn du in 5–7 Jahren kaufen willst, solltest du den ETF-Teil langsam reduzieren.
Faustregel: 20–30 % für Bausparvertrag (ZinssicherungDer garantierte Darlehenszins bei Vertragsabschluss – schützt vor steigenden Marktzinsen. Weiterlesen → + staatliche Förderung ausschöpfen), 70–80 % in ETF (Rendite). Kurz vor dem Kauf (3–4 Jahre) Verhältnis umkehren.
Nein – zumindest nicht primär. Der Bausparvertrag ist ein Finanzierungsinstrument, kein Renditesparplan. Wer ihn als Sparprodukt sieht, wird enttäuscht. Wer ihn als Finanzierungsabsicherung nutzt, profitiert enorm.







