Beim Kauf einer Immobilie kommen neben dem eigentlichen Kaufpreis erhebliche Nebenkosten auf dich zu. Wer diese unterschätzt, gerät schnell in finanzielle Engpässe. Wir zeigen dir alle KaufnebenkostenSteuern und Gebühren beim Immobilienkauf: Grunderwerbsteuer + Notar + Grundbuch = 7–12,5 % des Kaufpreises. Weiterlesen → im Überblick – mit speziellem Fokus auf Bausparer, die ihren Kauf optimal vorbereiten.
Überblick: Alle Nebenkosten beim Immobilienkauf
Die Nebenkosten beim Immobilienerwerb in Deutschland betragen je nach Bundesland und Situation zwischen 7 und 12 Prozent des Kaufpreises. Bei einem Kaufpreis von 400.000 € sind das 28.000 bis 48.000 € zusätzlich – Geld, das du komplett aus eigener Tasche zahlen musst und das nicht finanziert werden kann (oder sehr teuer wird, wenn doch).
| Kostenart | Anteil am Kaufpreis | Beispiel bei 400.000 € | Pflicht? |
|---|---|---|---|
| GrunderwerbsteuerSteuer beim Immobilienkauf: 3,5 % (Bayern) bis 6,5 % (NRW, Saarland, etc.) des Kaufpreises. Weiterlesen → | 3,5–6,5 % | 14.000–26.000 € | ✓ Ja |
| Notarkosten | ca. 1–1,5 % | ca. 4.000–6.000 € | ✓ Ja |
| Grundbuchgebühren | ca. 0,3–0,5 % | ca. 1.200–2.000 € | ✓ Ja |
| Maklerprovision (Käufer) | 0–3,57 % | 0–14.280 € | Nur mit Makler |
| Gutachter (optional) | 0,1–0,5 % | 400–2.000 € | Empfohlen |
| Gesamt | 5–12 % | 19.600–50.280 € | – |
Grunderwerbsteuer: Der größte Posten
Die Grunderwerbsteuer ist in Deutschland Ländersache und variiert erheblich. Bayern und Sachsen kommen mit 3,5 Prozent am günstigsten weg, während Brandenburg, NRW, das Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen mit 6,5 Prozent die höchsten Sätze haben.
| Bundesland | Steuersatz | Bei 400.000 € |
|---|---|---|
| Bayern, Sachsen | 3,5 % | 14.000 € |
| Hamburg | 4,5 % | 18.000 € |
| Baden-Württemberg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt | 5,0 % | 20.000 € |
| Berlin, Hessen | 6,0 % | 24.000 € |
| Brandenburg, NRW, Saarland, Schleswig-Holstein, Thüringen | 6,5 % | 26.000 € |
Notar- und Grundbuchkosten
In Deutschland ist jede Grundstücksübertragung notariell beurkundungspflichtig. Kein Immobilienkauf ohne Notar. Die Kosten teilen sich auf in:
- Notarkosten: ca. 1–1,5 % des Kaufpreises (Beurkundung, Beglaubigungen, Vollzug)
- Grundbuchgebühren: ca. 0,3–0,5 % (Eintragung der Eigentümer und Grundschuld)
Zusammen rechnest du mit rund 1,5–2 % des Kaufpreises. Die genauen Gebühren werden nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) berechnet – eine vorherige Kostenschätzung beim Notar ist empfehlenswert.
Maklerprovision
Seit dem Gesetz zur Aufteilung der Maklerprovision (2020) trägt der Käufer in Deutschland maximal 50 % der Gesamtprovision. Die Gesamtprovision beträgt in der Regel 5,95–7,14 % des Kaufpreises, sodass auf den Käufer typischerweise 2,975–3,57 % (inkl. MwSt.) entfallen.
Bei manchen Direktangeboten vom Eigentümer entfällt die Maklerprovision komplett. Eine Ersparnis von mehreren Tausend Euro.
Finanzierungsnebenkosten
Neben den Kaufnebenkosten kommen bei einer Finanzierung weitere Kosten hinzu:
- Bereitstellungszinsen: Falls das Darlehen nicht sofort abgerufen wird (bei Neubau üblich)
- Kontoführungsgebühren: Für das Darlehensverwaltungskonto
- Wohngebäudeversicherung: Oft Pflicht bei der Finanzierung
Nebenkosten als Bausparer: Doppelter Vorteil
Als Bausparer profitierst du gleich zweifach bei den Nebenkosten:
- Mehr EigenkapitalEigene Mittel für den Immobilienkauf – mindestens 20 % des Kaufpreises empfohlen. Weiterlesen → = niedrigere Finanzierungsnebenkosten: Wer mehr als 20 % Eigenkapital mitbringt, erhält nicht nur bessere Zinsen, sondern spart auch am Risikoaufschlag der Bank. Ein Bausparvertrag hilft dir, dieses Eigenkapital systematisch aufzubauen.
- Sondertilgungen möglich: Das angesparte Bausparguthaben kann direkt für die TilgungRückzahlung des Darlehens – bei Bauspardarlehen in gleichbleibenden Raten (Annuität). Weiterlesen → der Nebenkosten eingesetzt werden – du musst sie nicht vollständig aus dem laufenden Einkommen bestreiten.
5 Spartipps bei den Kaufnebenkosten
- Inventar separat ausweisen: Küche, Einbauschränke und andere mitverkaufte Gegenstände separat im Kaufvertrag ausweisen. Die Grunderwerbsteuer fällt nur auf das Grundstück/Gebäude an, nicht auf das Inventar.
- Direktkauf vom Eigentümer: Ohne Makler sparst du 2,975–3,57 % des Kaufpreises.
- Bundesland vergleichen: Wer im Grenzbereich wohnt, kann durch einen Kauf im günstigeren Nachbarbundesland mehrere Tausend Euro sparen.
- Eigenkapital maximieren: Je höher der Eigenkapitalanteil, desto niedrigere Zinsen und weniger Risikoaufschläge.
- Frühzeitig planen: Wer 7–10 Jahre im Voraus plant und einen Bausparvertrag abschließt, hat die Nebenkosten entspannt angespart.
Fazit
Die Kaufnebenkosten beim Immobilienerwerb sind erheblich und werden oft unterschätzt. Als Faustregel gilt: Plane mindestens 10 % des Kaufpreises zusätzlich für Nebenkosten ein. Wer frühzeitig mit dem Bausparen beginnt, hat nicht nur das nötige Eigenkapital, sondern auch bessere Chancen auf günstige Finanzierungskonditionen – und die Nebenkosten fest im Griff.







